Die Uhrenfabrik Vostok aus Chistopol ist das Flaggschiff der russischen Uhren Industrie. Ende des letzten Jahrhunderts landete die Firma Vostok mit der Komandirskie Reihe einen Hit, welcher der populärste und meist gefälschte weltweit war. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts träumt der Gigant aus Tartarstan davon das russische „ ETA“ zu werden und den Weltmarkt mit seinen Uhrwerken zu erobern.

Wie so viele andere Industrien Mittelrusslands wurde die Firma Vostok während des Zweiten Weltkrieges gegründet. Ende 1941 wurde die Slava Uhrenfabrik aus dem belagerten Moskau nach Chistopol verlagert und nur wenige Monate später konnte die Produktion wieder aufgenommen werden. So wurde die größte Uhrenfabrik Russlands unter dem neuen Namen Vostok geboren, die über eine Million Armbanduhren, Wecker und maritime Uhren jährlich im Uhrensektor baut. Des Weiteren gibt es Produktionsstätten, die sich mit dem Bau von Wasser und Stromzählern, sowie dem Bau von Fahrzeugarmaturen in Zusammenarbeit mit der Mannesmann AG beschäftigen. Die Mehrzahl der Bewohner Chistopols arbeitet in den Vostok Werken. Neben den eigentlichen Arbeitsplätzen gibt es werkseigene Kindergärten, Schulen, Fortbildungszentren und Universitäten, um den Nachwuchs entsprechend zu qualifizieren.

Diese Faktoren in Verbindung mit verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und sogar geographischen Gegebenheiten halfen dem Werk während der Krise in der russischen Uhrenindustrie nach Öffnung des Marktes in Richtung Westen die massiven Verkaufseinbrüche, die andere Uhren Fabriken erleiden mussten, ohne größere Produktionseinschränkungen und ohne Verlust von qualifiziertem Personal zu überstehen. Mittlerweile steigen die Verkaufszahlen kontinuierlich. Dies ermöglicht dem Werk neueste Maschinen von Russischen und Schweizer Firmen zu kaufen. Somit ist die Firma Vostok die am Besten ausgestattete Uhrenfabrik Russlands. Alles was für die Produktion von Uhren benötigt wird, stellt das Werk selbst her, von Zahnrädern, Unruhen, Uhrwerken, Gehäusen und Gläsern bis hin zu den Steinen

Das Jahr der Uhrwerke.

Das Jahr 2003 stand unter dem Motto „Das Jahr der Bewegung“. Obwohl nicht alle Ziele erreicht wurden, konnte jedoch die Produktion von Uhrwerken erheblich gesteigert werden, und einige neue Uhrwerke konnten entwickelt werden, die von Uhrenliebhabern bereits stark nachgefragt werden. Es sind dies im Einzelnen: Bei dem Kaliber 2416 gibt es eine 24 Stunden Anzeige, zwei Versionen einer Tag und Nacht Anzeige, ein so genanntes „Offenes Herz“ und eine Veredelung des Uhrwerkes an sich. Des Weiteren wird auf Basis des bewährten 2416 Kalibers eine flache Version entwickelt, die auch Basis für einen Automatik Chronographen werden soll.

Die Produktion einer mechanischen Armbanduhr mit Alarmfunktion mit dem Kaliber 2612 wird in Kürze beginnen. Mit dem Bau des Kalibers 2612 reiht sich die Fa. Vostok als vollwertiges Mitglied in die Reihen der Weltelite der Uhrenhersteller ein.

 

Vostok überarbeitet und erweitert die Produktpalette mit dem langfristigen Ziel das Russische Pendant zu den ETA Werken zu werden. Die besten Voraussetzungen hierfür sind vorhanden. Fast alle russischen Uhrenfabriken werden von Vostok mit Uhrwerken Gehäusen und Einzelteilen beliefert. Das Werk ist daran interessiert, weitere Kooperationen mit anderen Uhrenherstellern einzugehen, da die Produktionskapazitäten den nationalen Bedarf bei weitem übersteigen.

Um weitere ausländische Partner zu finden, wurden Anzeigen geschaltet und an den Messen in Basel (Baselworld), München( Inhorgenta) und Frankfurt (Tendence Lifestyle) teilgenommen. Das führte bereits zum Abschluss einer Vereinbarung mit einem der größten Europäischen Uhrenhersteller. Die Lieferungen von Teilen nach Deutschland haben bereits begonnen.

Das Jahr des Marketings

Das Jahr 2004 wurde als Jahr des Marketings begonnen.“ Unser Kunde ist die wichtigste Person für das Werk“ so lautet das Schlagwort des Direktors.

Die Ausarbeitung noch höherwertigerer Modelle, zu höheren Preisen, ist geplant. Ebenso erschienen mit Juwelen besetzte Golduhren auf dem Markt. „Wir haben noch Nachholbedarf in der Vermarktung und Bewerbung unserer Modelle. So haben wir als Beispiel unsere “Breeze“ Uhr gezielt am amerikanischen Markt beworben und bekannt gemacht, was zu einem ausgezeichneten Erfolg führte. Diese Art der Produktpromotion ist die schwierigste Aufgabe für uns. Aber wir waren immer konsequent und entschlossen unsere Ziele zu erreichen. Die Kraft und die Perspektiven die Ziele zu erreichen wird dadurch bewiesen, dass wir alles, was für den Uhrenbau notwendig ist, selbst herstellen. Damit sind wir in der Lage ohne jegliche Hilfe unsere Modelle zu überarbeiten, neue Modelle zu kreieren und neue Uhrwerke zu konstruieren“.

Auszug aus einem Interview mit dem Generaldirektor Vladislav Tsivilin in der Zeitschrift „Watch Business in Russia“.